Wie kann man helfen?

Kann ich auch in Eigenregie auf Kitzsuche gehen?

Auf gar keinen Fall. Bei der Kitzrettung muss immer ein zuständiger Jagdausübungsberechtigter oder ein von ihm bestimmter Vertreter anwesend sein. Abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften, kann man ohne das nötige Wissen dem Jungwild mehr schaden als nutzen und unter Umständen verurteilt man das Tier, das man eigentlich retten wollte, zum Tode.

Um nicht Gefahr zu laufen, sich der Wilderei schuldig zu machen, gehen Sie deshalb niemals eigeninitiativ auf Kitz-Suche! 

Wir arbeiten bei der Rehkitzrettung Hand in Hand mit Jägern und Landwirten. Nur so kann eine effektive Suche/Rettung durchgeführt werden. Wir unterstützen die zuständigen Jäger und Landwirte durch unsere Hilfe bei der Suche. Wir führen niemals eine Suche ohne vorherige Absprache mit den Jägern aus und legen Wert auf ein respektvolles Miteinander.

Der erste und absolut wichtigste Schritt bei der Kitzrettung ist die Kommunikation zwischen Landwirten und Jägern. Durch die Zusammenarbeit und Mithilfe von Landwirten, freiwilligen Helfern und Jägern, können viele Kitze und andere Jungtiere vor den tödlichen Kollisionen bewahrt und gerettet werden. Die Rettung von Jungwild vor dem Mähtod ist angewandter Naturschutz.

Finden Sie einmal ein Kitz bei einem Spaziergang, nehmen Sie es niemals einfach mit. Die Mutter kümmert sich lediglich 3-4-mal pro Tag direkt um ihr Junges. Den Rest der Zeit bleibt es alleine und versteckt und wird aus sicherer Entfernung von der Mutter beobachtet. Auch das ist ein Schutzmechanismus, den es unbedingt zu beachten gilt.
Sollten Sie den Eindruck haben, dass ein Kitz verletzt, oder in einem schlechten Zustand ist, informieren Sie den Jagdpächter. Diesen ermitteln Sie über die zuständige Untere Jagdbehörde oder die jeweilige Gemeinde.

Was erwartet mich als Helfer?

  • Anfragen kommen in der Regel sehr kurzfristig und werden über unsere WhatsApp Gruppe und in unserer Facebook Gruppe „Rehkitzhilfe Lohmar“ bekannt gegeben.
  • Da die Suchen auf unwegsamen Gelände und in hohem Gras stattfinden, sind gutes Schuhwerk, lange Hosen, Kopfbedeckung und Sonnen-/Zeckenschutz sinnvoll.

Ein Besenstiel, Stock oder ähnliches zum Durchsuchen des hohen Grases

  • Sind Sie allergisch, raten wir von der Arbeit im hohen Gras ab.
  • Nehmen Sie sich unbedingt ausreichend Getränke mit. Sie bewegen sich viel und oft in der Wärme ohne Schatten. Achten Sie deshalb gut auf Ihren Wasserhaushalt.
  • Je nach Größe der Flächen kann sich Kitzrettung über mehrere Stunden erstrecken. Nehmen Sie sich deshalb am besten auch einen Snack mit.
  • Kitz- bzw. Jungwildrettung ist anstrengend. Langes Laufen durch hohes Gras bei verlangt einem viel Kraft ab.
  • Zudem darf nicht unterschätzt werden, was es bedeutet, sich über längere Zeit hoch konzentrieren zu müssen.
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Wenn die Rehkitze geborgen werden, ist unbedingt folgendes zu beachten:

  • niemals die Jungtiere direkt berühren und nur mit Gras- oder Getreidebüschel anfassen und umsetzen. Ob das Kitz umgesetzt wird oder am Fundort gesichert wird, entscheidet der Jäger/Landwirt.
  • eventuell Einweghandschuhe tragen
  • auf jeden Fall den direkten Körperkontakt vermeiden, da das Kitz sonst von der Ricke nicht erkannt oder sogar abgestoßen werden kann
  • Transportkisten aus Holz oder Pappe – zur Not geht auch ein Wäschekorb – sind mit frischem Gras auszulegen
  • Kitz oder Kitze in sicherer Entfernung und im Schatten ablegen
  • um absolut sicher zu gehen, dass die spätere Familienzusammenführung gelingt, können Sie diese aus der Entfernung beobachten

Was bedeutet Kitzrettung?

Zur Setzzeit zwischen April und Juni werden die Kitze von den Ricken im hohen Gras abgelegt. Rehkitze folgen der Ricke erst nach zwei bis vier Wochen vollständig und haben vorher auch keinen Fluchtinstinkt. Das Ablegen und sich bei Gefahr im Gras drücken, bietet einen guten Schutz gegen natürliche Feinde, stellt sich allerdings bei der Mahd als Problematik dar. Das hohe Gras ist für den Landwirt vom Traktor aus nicht komplett einsehbar. Aufgrund moderner Technik haben sich die Schnittbreiten des Mähers von ehemals 1,5 Meter auf 6 bis 9 Meter erhöht, dies erschwert den Überblick noch mehr. Wenn sich das Jungtier dann tief duckt, kann es leicht übersehen werden. Wird das Rehkitz nicht rechtzeitig bemerkt, gelangt es zwischen die schnell rotierenden Messer des Mähers, wodurch tödliche Verletzungen entstehen.